Frieda in der KZ - Gedenkstätte Dachau

Wir machen uns auf den Weg von Duisburg nach Dachau. PUHHHH so viel Stau und so viele Baustellen, die Fahrt will gar kein Ende nehmen. In einer kleinen Frühstückspause lassen Frieda und ich uns aber die Laune nicht verderben und schicken der Anke erst einmal einen Gruß.

 

Weiter geht’s und so weiter wir in den Süden fahren, umso freier werden die Autobahnen. Die Sonne strahlt in schönster Form vom Himmel.

 

Frieda quasselt ja auch die ganze Zeit, also Langeweile beim Autofahren kommt da nicht auf. Was ist denn DIES? Warum gibt es denn DAS? OHHH SCHAU  MAL DA, so geht das die ganze Fahrt, Entertainment PUR, sag ich euch.

Dann sind wir endlich da, nach über 7 Std. Fahrt. Wir müssen uns erst Mal strecken und recken und jetzt gehen wir in eine Welt, von der WIR bis jetzt wenig wissen und wir sind neugierig aber auch voller Emotionen, was jetzt wohl auf uns zukommt....die Gedenkstätte des Konzentrationslager in Dachau. www.kz-gedenkstaette-dachau.de

Es ist sofort ein Gefühl von Demut, wenn man das Gelände betritt. Frieda rückt schon sehr nah an mich und ist gar nicht so lebendig, wie wir es ja von ihr kennen. Sie flitzt nicht los und erkundet nicht allein die Welt. Wir gehen an die Information und holen uns eine Wegbeschreibung und gehen zum Eingang des Lagers.

Allein die Worte

ARBEIT MACHT FREI hinterlassen ein ganz tiefes Gefühl von so viel Unheil, was den Menschen hier wiederfahren ist, wir haben gelesen, hier wurden über 200.000 Menschen inhaftiert. Sie kamen aus mehr als 30 Staaten, etwas was für Frieda und mich kaum vorstellbar ist in dem Moment, als wir es lesen. Das Gelände ist sooooo Groß. Es sieht mit der Sonne so Ruhig und Harmonisch aus, aber es täuscht. 

Hier  mussten Menschen die größten Qualen ertragen und wir können das heute kaum noch nachempfinden.

An einer großen Mahnwand steht: 

 

Möge das Vorbild derer die hier von

1933- 1945 wegen ihres Kampfes gegen den Nationalismus ihr Leben lassen mussten *und dieses sind weit über 32.000 Menschen, deren Leben hier in diesen Jahren auf qualvolle Weise beendet wurde* die Lebenden vereinen zur Verteidigung des Friedens und der Freiheit und in Ehrfurcht vor der Würde des Menschen.

 

Wir BEIDE waren so tief bewegt und voller Ehrfurcht.

 

 

 

 

 

Das Denkmal, mit allem was es darstellt hat uns lange gefesselt.

 

Wir gingen dann in ein Museum und konnten uns dort Filme ansehen und Eindrücke erleben, was uns immer tiefer in das Leben den Häftlinge hier im Lager Einblicken lies und eine traurige Stimmung überfiel uns. Was mussten diese Menschen nur erleiden und das durch Menschenhand.

Frieda meinte, dass sie das gar nicht verstehen kann, denn sie hätte durch Menschenhand nur Gutes erlebt und war sehr erschrocken, dass es so was gegeben hat und wahrscheinlich in abgewandelter Form immer noch auf der Welt gibt.

 

Von da aus gingen wir zu den Baracken in denen die Menschen gelebt, nein Leben konnte man das nicht nennen, wo sie „hausen“ mussten. Eng zusammengepfercht. Es mussten sich 8-10 Menschen ein Bett teilen, für uns einfach unvorstellbar, was wir sahen.

 

Nachdem wir uns von dem gerade Gehörten, Gelesenen und Gesehenem etwas wieder gefangen hatten, gingen wir auf das große Gelände und erkundeten dieses. Die ganzen Eindrücke können wir Euch gar nicht wiedergeben und wollen wir auch gar nicht,  jeder sollte das einmal für sich erleben und schauen was es mit einem selbst macht. In einer der vielen schönen Kirchen/Gedenkorte auf dem Gelände zündete Frieda für ALLE Menschen eine Kerze an.

Frieda und ich waren in jedem Winkel und jeder Ort hat uns tief bewegt. Ob es nun die Baracken waren in denen die Menschen unter so schlimmen Zustanden leben mussten und vor allem jeden Tag hungern; ob es das Krematorium war; ob es religiösen Orte waren; alles hat uns so sehr bewegt und häufig mussten wir beide uns gegenseitig trösten, weil man diese Ungerechtigkeit und dieses Elend der Menschen gar nicht ertragen kann.

 

Wir beide waren uns sehr EINIG: dieses darf nie wieder geschehen,

WIR ALLE müssen dafür Sorge tragen, dass jeder Mensch sein Recht auf Würde behalten muss.

Noch lange am Abend dachten wir über das Erlebte nach und uns beiden ist klar, dass wir den Tag nicht missen möchten, denn er hat uns noch einmal wieder gezeigt:

 

 

 

 

 

*DAS LEBEN IST SCHÖN*

 

 

Wir sollten Dankbar, für jeden Moment den wir erleben dürfen im Miteinander sein und mit diesem Gedanken schickt Euch Frieda in die GUTE NACHT

 

Eure Frieda

 

Mich persönlich hat dieser Tag im KZ Dachau so sehr bewegt und so viel mit mir gemacht, dass ich noch auf dem Parkplatz vor dem Gelände, im Auto, diese Geschichte geschrieben hab!!!

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Kommentare: 23
  • #1

    Gustav Gans (Freitag, 18 März 2016 20:55)

    Liebe Frieda,

    das ging ja schnell mit deinem Besuch in Bayern *Smile*

    Du hast mich in deiner Geschichte mitgenommen und meine alten Erinnerungen *in Bayern ist es in der Schule eine Art Pflicht das KZ DACHAU zu besuchen* wurden wieder geweckt oder sagen wir NEU geschärft.
    Ich mag an deinen Geschichten, dass sie in die Zeit paßt!
    Dein Gustav Gans

    Lieber Schreiberling,
    auch ich musste erst einmal auf einen Parkplatz, wirklich sehr gut be-und geschrieben und fühlbar, DANKE

  • #2

    Petra (Samstag, 19 März 2016 04:30)

    Friede, du hast mich sehr bewegt und berührt mit dieses Geschichte, du bist mutig!

  • #3

    Sabine (Samstag, 19 März 2016 07:38)

    Friede, du berührst mich und hast mich mitgenommen in dieser Geschichte, danke.

  • #4

    Tom (Samstag, 19 März 2016 12:16)

    Frieda, jetzt hast du mich sehr überrascht!
    Ich lese deine Geschichten gerne, denn sie bringen Freude und ein Lächeln hervor, mit ein bisschen Wahrheit.
    Heute war ich erst starr, dann bedrückt, dann gerührt.
    Erst beim zweiten Mal lesen ist mir in den Sinn gekommen, ja wie sehr passt es gerade wieder in diese Zeit. Menschen müssen wieder hungern, Menschen werden wieder eingepfercht......und vertrieben aus ihrem Land.
    Danke Frieda, ich werde einmal mehr die Menschen anlächeln und sie freundlich heißen.
    Eine tolle Botschaft eine gefühlvolle Geschichte und daher ist mein Lächeln wieder zurück.


  • #5

    M. (Samstag, 19 März 2016 12:24)

    Super geschrieben, echt toll!
    Frieda, ich finde dich Klasse!!!!!

  • #6

    Jutta (Samstag, 19 März 2016 12:57)

    Frieda, du überrascht immer wieder!
    Hut ab! Zwar keine Geschichte zum Lachen aber eine die BERÜHRT

  • #7

    Susan (Samstag, 19 März 2016 13:02)

    Meine Kinder nehmen den Nationalismus gerade in der Schule durch und sind oft genervt, diese Geschichte werde ich ihnen mitgeben!
    Beeindruckend und für Teenies zu verstehen.

  • #8

    Gudrun (Samstag, 19 März 2016 14:00)

    Liebe Frieda, du hast mich berührt!

    CHAPEAU

  • #9

    S. (Samstag, 19 März 2016 15:20)

    WOW, eine neue Seite an dir Frieda, Respekt!
    Die Geschichten zum Lächeln bleiben aber hoffentlich nicht aus und bestimmen dein Leben und unser Leben

  • #10

    Ulli (Samstag, 19 März 2016 16:59)

    Dachau ist die meistbesuchte Gedenkstätten und du hast sie wirklich mit treffenden Worten beschrieben, Frieda.
    Besonders gefällt mir, dass du jedem seine Chance lässt, sich selbst ein Bild zu machen und nicht die schlimmsten Plätze zur SCHAU stellst!
    Ich kann auch nur empfehlen wenigstens 1x dorthin zu fahren, es verändert den Blickwinkel.
    All das was du beschreibst kann ich 1 zu 1 nachempfinden und bestätigen.
    Deine Geschichte hat mich ebenfalls berührt und regt bei mir an, wieder öfter ein Lächeln an meinem Gegenüber zu verschenken.

  • #11

    T. (Samstag, 19 März 2016 17:22)

    SCHRÄG, ungewöhnliche Geschichte aber sie berührt. Bei näherem "in sich"hören....sind wir ja derzeit wieder sehr nah dran

  • #12

    Peggy (Samstag, 19 März 2016 19:28)

    KRASSES DING die Story, hab zu sowas noch gar keine Berührung gehabt. Fand das in der Schule immer voll langweilig und jetzt würde ich gerne noch mehr lesen.Deine Geschichte hat mich voll neugierig gemacht.

  • #13

    Cora (Samstag, 19 März 2016)

    Passender Zeitpunkt für diese Story ✌

    Die fröhlichen Geschichten sollten Oberhand behalten und das Lachen und die Fröhlichkeit aus den vorhergehenden Geschichten,die ich auch gerade gelesen hab

  • #14

    Dagmar (Samstag, 19 März 2016 21:04)

    du berührst mich

  • #15

    Joachim (Sonntag, 20 März 2016 08:06)

    Harter Tobak aber leider sind wir wieder nah dran, Hut ab

  • #16

    Bine (Sonntag, 20 März 2016 11:39)

    Respektvoll und nicht zu ernst

  • #17

    Kai (Sonntag, 20 März 2016 13:26)

    Ui, das ist schwere Kost! Ich bin ja in Fürstenfeldbruck zur Welt gekommen und habe dort die ersten 20 Jahre meines Lebens verbracht. Dachau war immer präsent, aber unvorstellbar für einen jungen Menschen dass es mich nicht so getroffen hat. Erst als Erwachsener habe ich das Ausmaß erfasst und war tief bestürzt. So wie jetzt auch.

  • #18

    Britta (Sonntag, 20 März 2016 18:01)

    Ich bin sehr berührt, es darf nie wieder geschehen, Frieda du hast recht!
    Du bekommst ein Lächeln von mir☺für deinen Mut Gefühl zu zeigen

  • #19

    Bert (Sonntag, 20 März 2016 20:18)

    Frieda, fahr doch mal nach Idomeni!
    So sehr deine Geschichte rührt, sie ist Aktuell und nicht wirklich Vergangenheit.
    Bring lieber wieder ein Lachen hervor.

  • #20

    Mone (Sonntag, 20 März 2016 20:22)

    Die Geschichte geht unter die Haut. Ich bin beeindruckt, mit wieviel Gefühl und Ehrgefühl Du geschrieben hast. Respekt! Ich war vor vielen Jahren mit der Schule in der Gedenkstätte Dachau und die Erinnerungen kamen durch die Geschichte wieder ganz nah... Ich konnte dort bei meinem Rundgang richtig riechen, wie es damals gerochen haben musste, furchtbar. Hoffentlich wiederholt sich das nie wieder!
    Frieda, Dein Blog ist toll, mach weiter so.

  • #21

    Benny (Montag, 21 März 2016 19:24)

    Frieda, mit der Geschichte hauste mich um, hast mich sehr berührt. Auch, wenn es komisch klingt, es ist schön geschrieben, es war wie "dabei sein"

  • #22

    Dennis (Dienstag, 22 März 2016 12:23)

    Ich hab einige Zeit benötigt um mich von meinen gefesselten Gedanken wieder lösen zu können.
    Frieda, deine Geschichte ist mir sehr ans Herz gegangen.
    Auch ich werde eine Lächeln mehr an die Menschheit hinaus geben.
    Du bist wirklich wundervoll!

  • #23

    Barney (Dienstag, 22 März 2016 20:11)

    Hallo Frieda,
    ja es war schlimm damals.
    Das so etwas nicht mehr geschehen darf versteht sich von selbst.
    Deine Geschichte hast du gut geschrieben.
    Ich frage mich warum die Menschen nicht glücklich und zufrieden zusammen leben können.
    Überall auf der Welt hörst du ständig wie Menschen sich bekämpfen. WARUM????????
    Heute schon wieder in Brüssel. Es ist unfassbar.
    WAAAAAARUM????????

    WIR ALLE HABEN DOCH NUR EIN LEBEN UND DIES SOLLTEN WIR SCHÄTZEN UND IN FRIEDEN UND FREUDE LEBEN

    Liebe Grüße von Barney