Frieda und die Pokemons *oder Frieda und die Generation:  Kopf unten

 

Natürlich ist ein Handy ein wichtiges Detail in unser aller Leben geworden. Bei Notsituationen z.B.  für ältere Menschen um Hilfe anzufordern, auf dem Lande falls man mit dem Auto liegen bleibt (hatten wir gerade , mh), oder um der netten Kollegin von einer Reise ein paar Bilder zu senden um zu zeigen, hey ich denke an dich ….usw.. Aber muss „dieses Teil“ stets und immer unser Begleiter sein? Muss ich auch im Urlaub für die Firma immer erreichbar sein? Muss ich immer wissen, wann – wer - was gerade gepostet hat? Muss alles sofort beantwortet werden?! Es sollte ja eigentlich unser Leben bereichern und nicht beherrschen, oder??!!

Frieda schlendert die Tage mit uns durch die Stadt und hier kann es im Moment jede beliebige sein…..folgendes ist passiert:  5 junge Männer laufen langsam mit gesenktem Kopf und aufs Handy schauend vor uns her in einer Reihe, kein überholen möglich. Bei einer guten Gelegenheit überholt Frieda die Herren und bleibt abrupt stehen und einer der Männer läuft fast in sie hinein. Ein Lächeln von ihr und der FASTKÖRPERKONTAKT  lässt ihn aufschauen. Frieda lächelt noch….

Was für ein schönes Bild, so viele Männer in einer Reihe, aber es ist so schade, dass nicht einer von den 5 schaut was in der Welt um Ihnen herum geschieht, sondern lieber, was im Handy los ist! Ein kurzes, betretenes Lächeln, ein knappes: “ Guten Tag die Herren“ und die Köpfe gehen wieder nach unten auf das Handy. Von vielen die wir so ansprechen, kommt diese Antwort, sie würden Pokemon  jagen. Als ob es so wichtig ist, ein Phantasie – Gebilde zu erhaschen?! Wofür?! Wieder einmal fürs EGO, wie toll, oder wie schnell und ausgebufft man ist?! Das gilt genauso für die Damen und Kinder!!

Was wäre, wenn diese Personen für jedes gejagte Pokemon einen Euro zahlen würde und das Geld für einen guten Zweck verwenden würde, gehen dann immer noch alle auf die “Jagd“??!!

In Braunschweig An der alten Waage haben wir beobachten, dass an die 50-100 Personen (!!) standen, saßen, lagen und nicht eine einzige Person schaute woanders hin, als auf das Display vom Handy. Später haben wir erfahren, dass es dort besondere Pokemon zu jagen waren, irgendwie auch ein sehr lustiger aber wie wir finden, auch ein befremdlicher Anblick. Den einzigen Vorteil den Frieda dabei erkennt ist, das man um ein Pokemon - Ei ausschlüpfen zu lassen, mindestens 2 km laufen (!!) muss und etwas Bewegung in die Menschen kommt, was aber auch nichts nützt, wenn sie sich dann im Straßenverkehr mit dem Gesicht aufs Handy bewegen.

Nicht nur die Fußgänger sind dabei arg gefährdet auch Autofahrer die denken, sie müssten eine Whatsapp sofort beantworten und nicht warten können, und dafür evtl. einen schweren Unfall riskieren, sich selbst und somit, was noch schlimmer ist, andere in Gefahr bringen. Frieda findet es Klasse, dass Radiosender wie z.B. N-Joy  stets drauf hinweisen, nach dem Verkehrsfunk, dass der Blick doch auf der Fahrbahn und nicht auf dem Handy sein sollte!!

Drei dicke LOB - Sternchen von Frieda!!!

Oder, zwei Mädels sitzen nebeneinander in der Eisdiele, schlabbern ihr Spaghetti-Eis und beide am Handy und bei Nachfrage was sie denn machen, erzählen sie „wir schreiben uns Whatsapp!?!“. Da weiß man gar nicht was man sagen soll…… da reicht auch kein Kopfschütteln mehr!!

Oder der fehlende Blick in den Kinderwagen der so wichtig  ist für die Kleinen, gibt es kaum noch, da die Eltern viel mehr mit ihrem Handy beschäftigt sind, als ein liebevolles und aufmerksames  Lächeln in den Buggy zu senden. Das haben schon Wissenschaftler erforscht, dass solch ein Verhalten sich beim Kind festsetzt. Das hatten wir schon einmal in der Krankenhausgeschichte erwähnt, können es aber nicht oft genug aufzeigen.

Oder, auf Konzerten wird das ganze geschehen, wie Künstler Sound, Bühnenshow gar nicht mehr angeschaut, sondern die ganze Zeit mit dem Handy nur mitgefilmt, warum geht man in ein Konzert, wenn man es nicht mit allen Sinnen genießt. Hier gibt es aber schon viele Künstler, die dies öffentlich auf der Bühne bedauern und auch laut aussprechen.

Gut so!!

Wo früher noch Feuerzeuge, oder die herrlichen, nostalgischen Wunderkerzen in die Höhe gehalten wurden, leuchten anonyme Handylichter, auch das gehört der Vergangenheit an.

So haben Wissenschaftler herausgefunden, dass gesundheitliche Folgen von dem Handy Wahn folgen und mehr und mehr Nackenschäden zu verzeichnen sind. Suchtpotential, nicht mehr schlafen können, weil man denkt man hätte etwas verpasst, Sehnenscheidenentzündungen vom Tippen, Kopfschmerzen und vieles mehr, weitere Infos:

https://www.mobile-zeitgeist.com/wie-das-handy-die-gesellschaft-verndert/

In der Gebärdensprache wird Mimik, Gestik und Körperhaltung bzw. die Körpersprache immer angewandt, das ganze Zusammenspiel, so wie es ja auch bei uns Hörenden ist, aber durch den Handywahn  schwindet die Körperhaltung und Emotionen fast ganz, da sie nur noch durch Emojis       (Emojis sind kleine Zeichnungen, wie lachende Gesichter, Herzchen und vieles mehr) eingefügt werden. Diese Zeigen dann die jeweiligen Stimmung zum geschriebenen Text.

Generell ist das Handy in der gehörlosen Welt eine gute Sache, man kann sich schriftlich mitteilen, wenn Hörende sich nicht auf Mimik/Gestik und Gebärden einlassen können, oder wollen. Die meisten Handys haben auch eine Lichtfunktion um z.B. geweckt zu werden, oder wie oben beschrieben, für etwas anderes benutzt werden können.

Es gibt aber auch sooo schön positives zu berichten! Dies hat Frieda im Internet gefunden unter www.taubenschlag.de, als sie mal „surfen“ durfte, hihi:

* Endlich da… die Kombination, auf die zahlreiche gehörlose Kunden schon lange gewartet haben: Datentarife (mit 25% Rabatt für Hörgeschädigte) mit rabattiertem Smartphone!
Die Zeiten, in denen man sich entscheiden musste – entweder ein topmodernes handliches Smartphone oder ein Datentarif mit viel Speedvolumen – sind nun vorbei.
Gehörlose Menschen nutzen keine oder kaum Sprachtarife zum Telefonieren – stattdessen nutzen sie Skype, Facetime, ooVoo u.v.m. zur Videotelefonie in Gebärdensprache. Dafür benötigen sie durchschnittlich 5mal mehr Datenvolumen als beispielsweise hörende Menschen. Allein 10 Minuten Videotelefonie verbraucht ca. 50-150 MB Highspeed-Volumen. Gehörlose benötigen (z.B. bei regelmäßiger Nutzung von Video-TESS / TELESIGN, Youtube, Facebook und sonstiger Videotelefonie) etwa 1 GB/Tag. Dieser Bedarf wird mit einem Datentarif optimal gedeckt. Exklusiv bei der Telekom erhalten hörgeschädigte Kunden 25% Rechnungsrabatt! Statt eines Tablets, das im Alltag oft als zu groß und unhandlich empfunden wird, ist es ab jetzt möglich, ausgewählte Top-Smartphones in Datentarifen zu buchen. Gehörlose genießen so alle Vorteile der Videotelefonie mit einem auf Ihre Bedürfnisse angepassten Datenvolumen und einem Smartphone ihrer Wahl*

Ach unsere liebe Frieda, Gehörlose liegen ihr ja besonders am Herzen J, da hat sie sich doppelt gefreut, als sie so etwas gefunden & gelesen hat und wir erst ;-))

 

*Das schönste Kompliment, dass dir ein Gegenüber heutzutage machen kann ist das Smartphone in der Tasche zu lassen*

…hätte auch von Frieda kommen können, gab es aber schon im Netz!!

Also, setzt euch mal wieder im Morgengrauen an den Waldrand und zählt die Rehe die friedlich grasen,  ist zwar kein Pokemon und es schlüpft auch kein Ei, aber diese Stimmung….schön!!

 

Frieda hätte Fridolin nie kennengelernt, wenn sie nur auf ihr Handy geschaut hätte J, aber dies ist wieder eine andere Geschichte…..

Alles Liebe Eure Frieda & Crew

 

Guten Morgen Frieda,

 

wir schauen definitiv noch nach OBEN!!!

 

Anna & Familie

 

 

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Kommentare: 7
  • #1

    RooneyRonson (Samstag, 27 August 2016 08:59)

    Spiele zwar kein Pokemon, aber ohne Handy sehe ich mittlerweile echt alt aus. Aber jeder hat ja so seine Sucht. Leider

  • #2

    Gustav Gans (Samstag, 27 August 2016 10:08)

    Liebe Frieda,

    wieder ein Artikel der das Nachdenken und eine "familiäre" Diskussion auslösen kann, in unserem Fall, ausgelöst hat.
    Ich scheine auch definitiv mit dem Handy verwachsen zu sein, so meine Familie!
    So haben wir, weil du uns Anstoß gegeben hast, am Wochenende, ab jetzt, einen "handyfreien"Tag vereinbart!
    Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis und werden es dich wissen lassen. Ich speziell auf das Ergebnis ohne Handy zu leben, PUHHH!!!
    Wieder ein DANKE, dass du Menschen und UNS im Kopf bewegst.
    Deine Fan Familie
    Gustav Gans

  • #3

    Gerd (Samstag, 27 August 2016 18:18)

    Bei der Hitze ist es wesentlich besser nicht nach unten zu schaun.Diese blöden Teile machen so viel Zwischenmenschliches kaputt.
    Deine unermüdliche Art uns etwas nah zu bringen uns nachdenken zu lassen, bringt mich jede Woche ein Stückchen weiter zu dir und weis die Geschichten mehr und mehr zu schätzen.
    Mach weiter und behalte deine weit geöffneten Augen, das tut gut.

  • #4

    Carmen (Sonntag, 28 August 2016 09:10)

    Liebe Frieda,
    ein toller Artikel!
    Regt mal wieder zur Regulierung der HandyNutzung an!
    Besonders gelungen finde ich für jedes gejagte Pokemon einen € zu zahlen!
    Was könnte man alles tolles mit dem Geld anstellen, der Gedanke hat mich beeindruckt!
    Klasse Seite!

  • #5

    Nele (Sonntag, 28 August 2016 11:16)

    Ja Frieda, ich lese deine Zeilen und nicke mit dem Kopf! Ich bin auch sehr von dem Wahnsinn befallen und ja, auch ich sollte mit Freunden wieder sprechen statt nur zu posten per whatsappen zu schreiben.
    Ich verfolge deine Geschichten gern und hab einfach das Gefühl, wenn ich dich lese geht's ein Stückweit besser!!!

  • #6

    Lea (Sonntag, 28 August 2016 17:31)

    Coole Geschichte und wirklich wahr, muss mich auch an die eigene Nase fassen!

  • #7

    Simone (Sonntag, 28 August 2016 18:51)

    Danke liebes Frieda,
    daß du immer auch an und Gehörlosen denken.
    Dafür Lieben wir dich.