Frieda in der Stadt Kiel

 

 

 

 

 

 

Mal wieder in den Norden, ja das kommt uns recht.

 

Das Wetter ist einmal wieder mehr mit uns, gut so, denn wenn Engelchen reisen?

 

So schultern wir früh am Morgen unseren Rucksack und begeben uns auf die Reise durch Kiel und sind so gespannt, was uns der Tag so schönes bringt?! Kommt mit und begleitet uns!

 

 

Der Fluss, die Schwentine https://de.wikipedia.org/wiki/Schwentine und der Segelhafen von Kiel-Wellingdorf werden bei herrlichsten frühen Sonnenstrahlen erkundet, das ist doch Urlaub pur oder was meint Ihr?

 

 

 

Während des Spazierganges kommen wir an einem Naturkostladen Kornblume  vorbei:

 

 http://kornblume-kiel.de/

 

Frieda keilt ihre Klauen in die Gehsteigspalten, bremst sofort ab und erinnert uns daran, dass wir ja etwas für Anke mitnehmen wollen und Kornblume ist so ein schöner Name, da finden wir bestimmt etwas Schönes?

 

 

In der Tat, wir werden freundlich empfangen, Frieda kommt sofort mit Rena, die Besitzerin des Geschäftes,  ins Gespräch. Da sind sie wieder, diese Begegnungen, die wir so lieben. Rena erzählt uns, dass sie früher in diesem Geschäft als Angestellte gearbeitet hat und es dann 2015 übernommen hat. Im Januar erst, hatte Kornblume dann 25 jähriges Firmenjubiläum.

UUhhhii das ist aber eine lange Zeit, findet Frieda, selten halten sich ja Geschäfte so lange. Ach, sie plauschen über dies & das und die alte Registrierkasse hat es Frieda zusätzlich angetan, das  konnte man auf Anhieb schon erkennen.

 

 

Wir können gerade noch verhindern, dass Frieda durchstartet um Birte, einer Mitarbeiterin, beim Einräumen der Regale zu helfen. Birte, Du weißt gar nicht welch` ein Glück Du damit hattest, denn wenn Frieda beginnt zu helfen, dann wird es chaotisch *kicher* Danke für die freundliche Art mit der ihr uns begegnet seid, den tollen Ideen, was wir Anke mitbringen können. (Sie hat sich übrigens sehr gefreut!) Wir kommen beim nächsten Besuch in Kiel bestimmt wieder vorbei, versprochen.

 

 Weiter geht die Reise, wir sind mit einer Freundin verabredet. Frieda ist ganz aufgeregt und freut sich wie Bolle auf dieses Wiedersehen mit Bine. Aber bis dahin, wird am Wasser entlanggelaufen, gebrabbelt und geschnabbelt, geschaut wie Fähren und Schiffe an uns vorbei ziehen bis nichts mehr geht. Die Bewegung, die frische Luft, das wundervolle Wetter tut das übrige dazu, so kam was kommen musste, Ihr ahnt es schon:  Gegen Mittag kommt ein Hüngerchen auf und so landen wir „In der alten Mühle“

www.altemuehle-kiel.de

Wir schlemmen, bzw. Frieda schlemmt, mal wieder fürstlich. Nicht nur das Essen ist vorzüglich, sondern das besondere Ambiente, die Freundlichkeit des Personals, so dass wir uns spontan entschließen, für den gleichen Abend, unser Essen, erneut hier einzukehren, herrlich. Auch am Abend war es sehr angenehm, zu sein. Solltet ihr auf jeden Fall hingehen, wenn ihr mal in Kiel seid. Als wir das Lokal verlassen treffen wir noch auf einen sehr netten Herrn, der uns noch einiges über die Alte Mühle erzählen kann und auch möchte.

Schaut einfach mal auf die Seite, was es alles wissenswerte über die Alte Mühle gibt :o)

 kiel-wiki.de/index.php?title=An_der_Holsatiamühle

 

Unser erster herrlicher Tag geht vorüber.

Am nächsten Tag geht es in die City und an den Hafen, wo die Schiffe bzw. Fähren die dort einfahren, so gigantisch groß sind und auch ein Hauch von Fernweh spürbar ist. So sitzen wir eine Weile dort und schauen uns das bunte Treiben an.

 

 

 

In der City brauchen wir erst einmal einen Kaffee und finden ein traditionsreiches, man könnte auch sagen ein alt eingesessenes Cafè: FIEDLER

www.cafe-fiedler.de

 

 

Auch hier mussten wir über die Tage verteilt mehrfach hin; herrlich tolles Klima, der Gast am Nebentisch begrüßt einen, bevor er sich setzt, so gut wie nie ein Handy zu sehen, weil die Menschen sich was zu sagen haben, nette Gespräche entstehen einfach so, das Personal ist so freundlich, so zuvorkommend. Das allein ist schon ein Stückchen Urlaub, das Frühstücks Buffet erst und die herrlichen, leckeren Kuchen und was es sonst noch alles an tollen Dingen  im Angebot gab.

 

Frieda springt nur umher, schaut sich um und wir glauben, sie konnte gar nicht so schnell schlucken, weil ihr bei all dem Leckeren das Mäulchen immer wieder voll Wasser lief. Wir bedanken uns sehr über die Freundlichkeit die uns vom Personal entgegengebracht wurde und danken für den netten Plausch an die beiden Damen vom Nebentisch, herzliche Grüße auch an die Dame, die auf uns zugekommen ist und gefragt hat, warum denn unsere Frieda so fröhlich im Cafè herumspringt, uns fragen, wer wir sind und was wir mit diesem „verrückten Schaf“ so alles anstellen. Ihr seid hiermit alle ganz herzlich von Frieda & Crew gegrüßt!!

 

 

 Eine Kirche fällt uns auf, die mitten in der Stadt steht,

 

Offene Kirche Sankt Nikolai zu Kieles ist die:

 

                         http://st-nikolai-kiel.de

 

Wir müssen hinein gehen, denn in jeder Stadt in der wir uns befinden zünden wir Kerzen an, für die, die wir lieb haben. Allerdings kann man zumeist nur in kath. Kirchen Kerzen anzünden, warum eigentlich?

Schaut Euch ganz besonders mal das Konzept der Kirche an, wundervoll!

Diese ev. Kirche, wir sind erstaunt, macht vieles anders, als das was wir bisher gesehen haben. Wir sind beeindruckt und auch, wenn wir im ersten Moment *nur* eingetreten sind, um eine Kerze anzünden. Uns fallen mehr & mehr Besonderheiten auf. Hier wird Kunst ausgestellt, ein Buch in das man schöne Gedanken, Trauer oder was einen gerade bewegt eintragen kann, liegt aus. 

Wir stöbern ein wenig darin herum und sind tief berührt was Menschen dort hineinschreiben: z. B. schreibt ein muslimische Mädchen hinein: Wann endet endlich dieser Krieg, der unsere unterschiedlichen Herkunft und den unterschiedlichen Glaubendrichtungen so zertrennt?!

Der Raum der Stille, in dem man sich zurückziehen kann, wenn man diese Stille gerade für sich benötigt.

Obdachlose Personen kommen hinein, bekommen eine Decke und ein heißes Getränk. Dies alles sind kleine Momente die wir in der Kürze einfangen. Ein kurzes Orgelspiel lassen wir noch auf uns wirken und bekommen Gänsehaut.  Tiefbewegt verlassen wir diese Kirche wieder.

Am Abend sind wir immer noch berührt von dem kurzen, aber besonderen Eindruck, von dieser Kirche, von dieser Gemeinschaft. Es lässt uns auch am nächsten Tag keine Ruhe und wir müssen noch einmal dorthin, ein Bauchgefühl sagt uns, da gibt es besondere Menschen, die viel in sich tragen und vielleicht auch Reden möchten?!

Am nächsten Morgen gehen wir noch einmal dorthin. Wir sehen ein ähnliches Bild. Herr Claussen, der gerade Kirchenblätter faltet, sprechen wir an und bitten ihn mehr zu erfahren und er erzählt uns sehr viel mehr.  Auf unsere Nachfrage warum denn nun gerade hier Kerzen angezündet werden können, erzählt er uns, dass dieses noch nicht so lange möglich ist, aber es sehr angenommen wird und nun die Freude groß ist, dies zu ermöglichen.

 

Wir beobachten, das viele Kirchenbesucher auch Seeleute oder Passagiere von Fähren/Kreuzfahrtschiffen sind, die hier sozusagen kurz“ Ankern“. Der Gedanke gefällt uns. Auch das Herr Claussen unser Gespräch mit einer Selbstverständlichkeit unterbricht, wenn ein Obdachloser hineinkommt, so bittet er uns um Verzeihung und kümmert sich liebevoll um diese Person.

Unser Herz ist übervoll, voll Wärme, voll Demut.

Die Obdachlosen bekommen von dieser Kirchengemeinde Essensmarken, damit sie sich eine warme Mahlzeit an der Ausgabestelle in der Stadt abholen können. Leise Gespräche werden geführt, nachgefragt ob soweit alles in Ordnung ist. Es war rührend anzusehen, wieviel Respekt diesen Menschen entgegen gebracht wird. Wir erleben auf unseren Reisen auch oft, wie Obdachlose auf der Straße beschimpft und verpönt werden. Es geht auch anders, wir spüren es Hautnah. Aber auch wir werden bemerkt und kommen ins Gespräch, wir möchten hier weder Bilder noch tiefer gehende Gespräche wiedergeben aus Respekt vor dem Vertrauen, das uns entgegengebracht wurde. Ganz tief beeindruckt waren wir von Jupp, einen älteren Herrn von 80 Jahren. Er ließ uns teilhaben an seiner Geschichte.

Lieber Jupp, falls Du es irgendwann liest, vielleicht sogar über Herrn Claussen: wir haben Dich sehr ins Herz geschlossen und danken Dir für alles was Du uns anvertraut hast. Wir grüßen Dich aus deiner alten Heimat Köln/Duisburg & besonders Moers (das Du ja so magst) und trinken hier in Gedanken an Dich einen Kaffee und wünschen Dir ganz, ganz bald ein Zimmer in einem netten, angenehmen Altenheim, auf das Du so sehr wartest, damit Du Deinen Weg ohne weitere große Abzweigungen weiter gehen kannst.

Herr Claussen, vielen herzlichen Dank für ihre offene und freundliche Art, mit der Sie uns begegnet sind und für all` die Informationen.

Dann lernen wir noch Pastor Dr. Wünsche kennen, der uns vieles Bestätigt was wir hier empfinden: “Ja wir sind eine offenen Kirche und hier steht es nicht nur, sondern es wird auch gelebt!“, so sagt er uns.

Das können wir nach der kurzen Zeit genauso bestätigen und erzählen ihm, wie beeindruckt wir von diesem Ort an dem jeder willkommen ist. Pastor Dr. Wünsche winkt uns zu, wir sollen ihm folgen, aber wohin?

Wir fragen weiter, wie es denn kommt, dass auch muslimische Personen in diese Kirche kommen? Denn wir haben uns kurz vorher mit einer muslimischen Frau unterhalten und sie gefragt warum sie hierher kommt. Ihre Antwort war: „Ich bete für uns alle, dass unsere Glaubensgemeinschaften sich wieder miteinander vertragen.  Wir Menschen wollen doch alle das Gleiche, friedlich miteinander leben.“ Und wieder einmal, wie recht sie hat. Danke für die Offenheit.

Herr Dr. Wünsche wartet auf uns, dann gehen wir in einer Art Flügel der Kirche, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist und er zeigt nach ein paar Metern auf eine große Fliese einen Pfeil. Frieda schaut ihn an und Pastor Dr. Wünsche fragt Frieda:  „Weißt Du wohin dieser Pfeil zeigt?“ Frieda schüttelt den Kopf: „Nein, keine Ahnung, meinen Sie, es gibt einen Schafgott???“  Dr. Wünsche lacht hell auf und meint: “Nein Frieda, dieses ist ein Pfeil der in Richtung Mekka zeigt. Hier war mal eine Person, die uns geholfen hat und dieser Mann ist immer mal wieder einfach in diesem Flügel verschwunden und irgendwann ich mal hinterher gegangen. Ich sah, wie der Mann sich auf einen kleinen Teppich hinkniete. Ich fragte ihn was er auf den Knien und diesem Teppich macht?“ er sagte: „Ich möchte in Richtung Mekka beten?!“ Pastor Dr. Wünsche nahm sein Handy raus, richtete die Richtung Mekka aus und gemeinsam machten Sie einen Pfeil auf die Fliese.  Was für eine schöne Geste und Gedanke. Der kleine Teppich blieb und wurde in den Winkel des Raumes gelegt, so dass dieser Mann seinem Glauben nachgehen konnte.

Diese Geschichte beeindruckte uns sehr und umso mehr bekamen wir bestätigt, dass dies wirklich eine offene Kirche ist, in der jeder Mensch jeden Glaubens und jeder Color willkommen ist.

Vielen herzlichen Dank auch an Sie Herr Dr. Wünsche, dass Sie in ihrem engen Zeitrahmen sich die Zeit für uns und diese Geschichte genommen haben.

Es regt zum Denken an und auf der gesamten Heimfahrt waren wir in Gedanken bei all diesen Menschen denen wir in Kiel begegnet sind. Die uns wieder einmal demütig haben sein lassen und unser Bewusstsein erweitert hat, wie gut es uns doch geht.

Natürlich bewegen die jeweiligen Gemeinden viel in den Städten, es wird sich auch um Obdachlosen gekümmert, es gibt viele Gesprächsgruppen, aber diese Zusammenkunft in einer Kirche ist einzigartig, oder nicht? Sollte dies kein Einzelfall sein, so lasst es uns wissen. Sollte es aber der Einzelfall sein, so kann es uns doch Mut machen, es ebenfalls zu wagen.

Den Satz „offene Kirche“ neu zu gestalten.

 Klar kann auch der nächste wieder sagen: Aber es ist doch ein Ort der Stille, der inneren Einkehr!! Ja, schon klar – aber erstens, konnte jeder in dieser Kirche auch seine Stille genießen, aber wo kann man besser seinen Glauben leben als in dieser „Mischung“.

 

Nur noch einen Satz:

Hätten wir nicht gefragt, oder uns offen gezeigt, wären wir durch diese Kirche gelaufen, hätten viele Menschen gesehen, wären aber mit vielen Fragezeichen auf der Stirn nach Hause gegangen. Einfach mal mit Menschen sprechen, ins Gespräch kommen, Nachfragen. Man ist erstaunt wieviel zurückkommt.

 

In diesem Sinne wünschen wir Euch ein frohes und gelocktes Osterfest mit Euren Lieben und eine gute Zeit,

 

Eure Frieda & CREW

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Kommentare: 10
  • #1

    Jenny (Freitag, 14 April 2017 13:19)

    Diese Geschichte geht mir auf ganz besondere Art und Weise ans Herz.
    Frieda, ich kenne kaum jemanden, der ein so großes und gefühlvolles Herz in sich trägt.
    Was musst Du für ein wundervolles süßes Schäfchen sein.
    Dir und Deiner Crew schöne Ostern und Gottes Segen sei Euch gewiss, ganz bestimmt.

  • #2

    Rudi (Freitag, 14 April 2017 16:45)

    Anrühriger Artikel, vor allem der Part mit der Kirche.
    Gut geschrieben!

  • #3

    Hope (Samstag, 15 April 2017 07:50)

    Was für ein toller Artikel und welch wahren Worte.
    Gesegnete Ostern!

  • #4

    Gustav Gans (Sonntag, 16 April 2017 08:54)

    Gottes Segen für Dich liebe Frieda und Deiner Crew!
    Wir sind tief bewegt beim lesen der Geschichte. Wieder einmal rüttelst Du uns auf, danke dafür.
    Ein schönes Osterfest für Euch !

  • #5

    Jana (Montag, 17 April 2017 10:20)

    Es rührt mich immer, daß es tatäshclich noch Menschen gibt, die die anderen - denen es nicht so gut geht, etc. - tatsächlich sehen und nicht einfach daran vorbei gehen:-)

  • #6

    Hubertus (Montag, 17 April 2017 17:34)

    Durch Zufall bin ich auf Deine Seite, liebe Frieda, gestoßen.
    Ich bin ziemlich geeidruckt mit wie viel Liebe und Einfühlungsvermögen

  • #7

    Hubertus (Montag, 17 April 2017 17:37)

    Und erneut ;0)
    Ich bin ziemlich beeindruckt mit wieviel Liebe und Einfühlungsvermögen Du deine Begegnungen siehst, empfindest und Deine Leserschaft teilhaben lässt.
    Eine ganz hervorragende und besondere Seite.
    Dieses wollte ich Dich gern wissen lassen.

  • #8

    Julia (Montag, 17 April 2017 20:59)

    Eine tolle Geschichte mit tollem Inhalt.
    Schön, wie Du die Lokalitäten beschreibst.
    Sehr emotional der Part der Kirche, berührt mich sehr!

  • #9

    Sonja (Mittwoch, 19 April 2017 11:41)

    Was für ein schöner Beitrag zu der Stadt Kiel.
    Es hat wirklich Freude bereitet es zu lesen. Besonders die emotionalen Momente haben mich sehr berührt! Ja Frieda, Du hast recht!
    Ich sehe Dinge/Menschen noch mal mit einem wachsameren Auge.

  • #10

    Ramona (Donnerstag, 20 April 2017 07:53)

    Liebe Frieda. Wir waren in unserem letzten Urlaub auch in Kiel. Tolle Stadt. Die Kirche haben wir auch besucht. Denn genau wie du zünden wir in jeder Kirche eine Kerze an. Liebe Grüsse . Weiter so.